Die Karte des Piri Reis (1470-1554) ist wohl eine der berühmtesten Karten der Welt. Sie ist ein authentisches Dokument und wurde von Reis 1513 in Konstantinopel angefertigt. Diese Karte ist die westliche Hälfte einer Weltkarte, die vom berühmten osmanischen Admiral, Geographen und Kartographen Piri Reis gezeichnet angefertigt wurde. Der östliche Kartenteil gilt als verschollen. 1929 wurde sie während Aufräumarbeiten in der Bibliothek des Topkapi-Palastes in Istanbul als einziger Teil einer vermuteten größeren Kartenserie wiederentdeckt. Die Karte ist auf Pergament aus Gazellenhaut gezeichnet. Sie zeigt neben schon lange bekannten Gegenden Westeuropas, des Mittelmeers und Nordafrikas auch Küstenlinien Westafrikas sowie Nord- und Südamerikas, die zu dieser Zeit zwar bekannt aber kaum kartographiert waren. Diese Küstenlinien stimmen in Europa, Afrika und Südamerika
![]() |
| DIE KARTE DES PIRI REIS ANGEFERTIGT IM JAHRE 1513 Foto (in Originalgröße): Public Domain |
in einer Reihe von Punkten mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein, enthalten aber gleichzeitig Ungenauigkeiten und auch Fehler. Man fragt sich, wie schon im Jahre 1513 dieses geographische Wissen verfügbar sein konnte. Noch viel interessanter an dieser Karte ist jedoch, daß hier unter anderem Teile der Küstenlinien des „Königin-Maud-Landes“ in der Antarktis zu sehen sein sollen, und zwar des Festlandes. Die Antarktis wurde jedoch erst um 1820 entdeckt und das unter den Eisschichten verborgende Festland ist seit mindestens 5 Millionen Jahren mit Eis bedeckt! Erst 1949 wurde das antarktische Festland unter der Eisschicht mit seismischen Geräten kartographiert. Wir wissen also tatsächlich erst seit knapp 60 Jahren über die wahre Beschaffenheit des antarktischen Festlandes bescheid! Es stellt sich also die Frage, wie jemand von der wahren geografischen Beschaffenheit der Antarktis vor knapp 500 Jahren gewußt haben sollte, geschweige denn vor 5 Millionen Jahren. Neuere Forschungsergebnisse gehen übrigens davon aus, daß die auf der Karte dargestellten Gebiete möglicherweise auch erst vor 6.000 Jahren
![]() |
| ADMIRAL PIRI REIS KARTOGRAPH UND SEEFAHRER Foto : unbekannt |
ohne Eisschicht waren und es wird auch vermutet, daß die antarktische Küste davor 9.000 Jahre lang eisfrei war. Aber selbst das währe unerklärlich, denn es würde bedeuten, daß irgendjemand zwischen 13.000 bis 4000 v. Ch. diesen Bereich der Erde vermessen haben muß. Wer genau war Piri Reis eigentlich? Sein eigentlicher Name war Muhiddin und er kam 1470 auf die Welt. Reis verbrachte seine Kindheit bei seinem Onkel Kemal Reis, welcher ihn auf seine Reisen ins Mittelmeer mitnahm. Er nahm an den Reisen nach Spanien und Gibraltar teil. Es gab keinen Fleck im Mittelmeer, an dem er nicht gewesen ist und er begann schließlich Seekarten anzufertigen. Nach dem Tod seines Onkels fuhr er 1511 als ein unter Oruç Reis dienender Kapitän nach Ägypten und betrat zusammen mit den Brüdern Barbarossa Nordafrika. Nach der Einnahme von Algerien wurde er durch Oruç Reis zu Sultan Yavuz Selim gesandt. Von diesem bekam er den Rang des “Derya Beg” (Kapitän zur See). Später begab er sich nach Gelibolu und Istanbul und nahm an den Seefahrten des Barbarossa teil und bekam später den Rang eines “Derya Sancak Beg” (Admiral). Piri Reis wird als einer der größten Geographen des 16. Jahrhunderts aufgefasst. Sein großes Werk “Kitab-i Buhriyye” (Seefahrerbuch) enthielt Hunderte von Seekarten und Entwürfen des Mittelmeeres und der Ägäis war für die osmanische Marine von hohem Wert. In seinem Werk waren alle Strände des Mittelmeeres, Inseln, Häfen und Küsten aufgezeichnet. Ferner wurden auch die meteorologischen und klimatischen Bedingungen, daneben auch die Flora mit sehr hoher Genauigkeit eingezeichnet. Nachdem er sein Werk 1521 veröffentlicht hatte, unternahm er über Jahre noch einige Korrekturen und beendete es schließlich 1525. In seinem Werk ist auch von der Entdeckung Amerikas und von der runden Form der Erde die Rede. Das Original befindet sich im Topkapi-Palast.
1547 wurde Piri Reis zum Kommandeur der Flotte im Indischen Ozean mit Stützpunkt in Suez ernannt. Er siegte in Aden über die Portugiesen, verlor dann aber seine Flotte vor Basra. Zurück in Ägypten wurde er vom dortigen Gouverneur mit der Begründung, er habe seine Flotte im Stich gelassen, festgesetzt und ins Gefängnis geworfen. Intrigen und politischer Ehrgeiz von Widersachern führten schließlich dazu, daß Piri Reis im Alter von 80 Jahren enthauptet wurde. Sein schmachvoller Tod
![]() |
| DIE KARTE DES PIRI REIS IM DIREKTEN VERGLEICH MIT SÜDAMERIKA UND DEN KARIBISCHEN INSELN Fotos (in Originalgröße): Public Domain |
ließ ihn in Vergessenheit geraten. Die berühmte “Weltkarte des Piri Reis” mit der Darstellung der eisfreien Antarktis wurde erst vier Jahrhunderte später wieder entdeckt. Charles Hapgood, ein Gelehrter vom Keene College (USA), war der Erste, der sich mit der Karte gründlich befaßte. Er suchte Ende 1959 in der Washingtoner Kongressbibliothek alte Karten der Antarktis. Dabei stieß er auf eine Karte von Oronteus Phynius. Auf dieser Karte war die Antarktis ebenfalls eisfrei gezeichnet. Piri Reis war also nicht der einzige, der eine Karte von der Antarktis ohne Eispanzer gezeichnet hatte. Hapgood schickte daraufhin die Karte des Piri Reis zur Begutachtung an die US Airforce zum Reconnaissance Technical Squadron (SAC) und bekam von einem gewissen Oberstleutnant Harold Z. Ohlmey folgende Antwort: „Sehr geehrter Herr Professor Hapgood, zu ihrer Bitte um die Bewertung der Piri-Reis-Weltkarte aus dem Jahre 1513 durch unsere Behörde nehmen wir folgende Stellung: Wir teilen ihre Auffassung, daß der untere Teil der Karte die Kronprinzessin Martha-Küste des Königin-Maud-Landes und die antarktische Halbinsel darstellt. Wir halten ihre Interpretation für eine logische und aller Wahrscheinlichkeit nach korrekte Auslegung der Landkarte. Die geographischen Details des unteren Kartenbereiches entsprechen erstaunlich genau dem seismischen Profil, das die schwedisch-britische Antarktis Expedition im Jahre 1949 durch die Eisschicht hindurch anfertigte. Somit wurde die Küste vor ihrer Vergletscherung kartographisch erfasst. Heute ist das Eis in der fraglichen Region etwas über 1500 Meter dick. Es ist uns angesichts des geographischen Kenntnisstandes von 1513 unerklärlich, wie die Karte aus jener Zeit dergleichen Daten enthalten kann.“ Die Anmerkungen, die Piri Reis auf seiner Karte gemacht hat, sagen aus, daß er nicht für die Vermessungen verantwortlich ist. Er weißt darauf hin, daß er sich auf Quellen aus zweiter Hand bezieht und lediglich die Informationen von ca. 20 anderen ihm verfügbaren Karten, unter anderem eine Karte von Christoph Columbus, zusammengefasst hat. Der russische Historiker Sergei Manukow erklärte, daß die Karte nur mit Hilfe von Satellitenbildern gezeichnet werden könnte. Der russische Experte erklärte weiter: “Eigentlich ähnelt die Karte auch einem Foto. Es hat den Anschein, als ob ein Satellit über dem gezeichneten Areal gekreist und diese fotografiert hätte. Vor allem die Einzelheiten der südlichen Hemisphäre sind unglaublich.” Manukow erklärte ferner, daß die Zeichnung dieser Karte nicht gelingen könnte, wenn man nicht über Kenntnisse in der Trigonometrie verfügt und merkt dazu an, daß dieser Bereich der Mathematik erst im 18. Jahrhundert angewandt wurde.
Auch Erich von Däniken, durch den die Karte weltberühmt wurde, schrieb schon in seinem Mega-Bestseller „Erinnerungen an die Zukunft“, daß die Karten “nicht nur die Umrisse der Kontinente wiedergeben”, sondern sogar “die Topographie im Innern dieser Länder! Gebirgsketten, Berggipfel, Inseln, Flüsse und Hochebenen haarscharf eingezeichnet” sind. Ferner stellt von Däniken fest,
![]() |
| ERICH VON DÄNIKEN MACHTE DIE KARTE BERÜHMT Foto : unbekannt |
daß Grönland auf späteren Karten von Piri Reis in Form von drei Inseln dargestellt wird, was mit den neuesten Messungen und Sondierungen übereinstimmt und daß Piri Reis nie den Mittelmeerraum verlassen hätte, jedoch sich dort einige Inseln auf seinen Karten befinden, die es nicht mehr gibt, da sie heute von einer rund 180 Meter hohen Meerwasserschicht überschwemmt sind, und daß diese Tatsache Gewissheit gibt, daß die Vorlagen der Reis´schen Karten mindestens 10.000 Jahre alt sein müssen und unzweifelhaft mit modernen technischen Hilfsmitteln aus der Luft hergestellt worden sein müssen. Der Forscher Charles Hapgood geht davon aus, daß die Karten, auf die sich Piri Reis bezog, von Menschen einer unbekannten Zivilisation gezeichnet sein müssen und von diesen an die Minoer oder Phönizier weiter gingen. Diese Völker waren ein Jahrtausend lang die ersten Seefahrer
![]() |
| CHARLES HAPGOOD UNTERSUCHTE ALS ERSTER DIE PIRI-REIS-KARTE Foto : unbekannt |
der damaligen Welt. Die Karten wurden von Generation zu Generation weiter gegeben. Die Originale könnten schließlich auch in der Großen Bibliothek von Alexandria gelandet sein. Von dort gelangten Kopien u.a. auch nach Konstantinopel. Bei der Eroberung der Stadt durch die Osmanen fielen sie in deren Hände und landeten somit auf dem Kartentisch von Piri Reis. Auf den meisten Karten waren das Mittelmeer und Schwarze Meer dargestellt. Es gab jedoch auch einige von Nord- und Südamerika, sowie dem Nördlichen und Südlichen Eismeer. Die alten Seefahrer könnten also auch mit diesen Karten von Pol zu Pol gesegelt sein. Möglicherweise haben auch einige der unbekannten Alt-Völker die antarktischen Küsten erforscht, vielleicht schon zu einer Zeit, als diese noch nicht mit einem Eispanzer überzogen waren. Hapgood unterstellt, daß diese Früh-Entdecker bereits Navigationsinstrumente zur Berechnung der Längengrade hatten. Sowohl Albert Einstein und John Wright (Präsident der American Geological Society) unterstützten die Thesen von Hapgood. Die Karte wurde in den letzten Jahrzehnten von etlichen Fachleuten und Forschern untersucht und die Behauptung über eine darauf enthaltene Darstellung von Küstenteilen der Antarktis ist äußerst umstritten, ja wird sogar heftigst abgestritten. Wenn man sich die Landmasse, die Südamerika darstellen soll, selbst mal richtig anschaut, dann fällt es einem schon schwer, den unteren rechten Teil als Küstenteil der Antarktis zu identifizieren. Denkbar im Zusammenhang mit dieser Theorie wäre höchstens eine Kontinentalverschiebung und daß dieser untere rechte Teil die Antarktis darstellt, als deren Landflächen vor mehr als 170 Millionen Jahren noch Teil der Landmasse des Großkontinentes Gondwana waren, nur würde dann der Rest der Karte nicht mehr stimmen und die Vorstellung einer Kultur vor so vielen Jahren wäre absolut utopisch. Die moderne Kartographie hält übrigens keine der erwähnten Theorien oder Hypothesen auch nur ansatzweise für plausibel. Bis heute wirft die Karte viele berechtigte und ungeklärte Fragen auf, was sich in Zukunft wohl auch nicht ändern wird.
Quelle: www.fast-geheim.de

















13. März 2011
Allgemein, Archäologie, Wissenschaft